Erkältung / Schmerzen / Fieber in der Schwangerschaft – was tun?

Eine Erkältung ist in der Schwangerschaft sehr häufig und in den meisten Fällen harmlos. Sie müssen Beschwerden nicht einfach aushalten, nur weil Sie schwanger sind. Viele Symptome können mit geeigneten, kurzfristig angewendeten Medikamenten gut gelindert werden.

Schmerzen und Fieber

Bei Schmerzen oder Fieber ist Paracetamol das Mittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft.

  • Paracetamol 500 mg ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
  • Bei Bedarf können Sie 1 Tablette bis zu alle 6 Stunden einnehmen.
  • Maximal: 4 Tabletten à 500 mg pro Tag.

Wenn Paracetamol nicht ausreichend hilft, kann bei stärkeren Kopfschmerzen (z. B. migräneartigen Beschwerden) Ibuprofen manchmal besser wirken.

  • Ibuprofen 400 mg kann bis zur 28. Schwangerschaftswoche kurzfristig eingesetzt werden.
  • Einnahme bei Bedarf bis zu alle 8 Stunden (maximal 3 Tabletten pro Tag).
  • Nach der 28. Schwangerschaftswoche sollte Ibuprofen nicht mehr eingenommen werden.

Bei Erkältung

Wichtig sind:

  • ausreichend trinken
  • Ruhe und Schlaf
  • regelmäßiges Lüften
  • warme Getränke (z. B. Ingwertee oder Erkältungstee)

Zur Unterstützung können kurzfristig eingenommen werden:

  • Vitamin C (1–2 g täglich)
  • Zink (20 mg täglich)

Beides erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke.

Schnupfen / verstopfte Nase

Bei Schnupfen helfen:

  • Meerwasser-Nasenspray
  • Nasenspülungen
  • Inhalationen

Bei starker verstopfter Nase, insbesondere wenn der Schlaf beeinträchtigt ist, können abschwellende Nasensprays kurzfristig angewendet werden, zum Beispiel:

  • Nasivin® (Oxymetazolin)
  • Otriven® (Xylometazolin)

Bitte nur nach Bedarf und möglichst wenige Tage anwenden.

Halsschmerzen

Bei Halsschmerzen können kurzfristig helfen:

  • Dolo-Dobendan® Lutschtabletten
    (1 Lutschtablette bei Bedarf langsam im Mund zergehen lassen, maximal 8 Tabletten pro Tag)
  • Emser® Pastillen
  • isla® Pastillen
  • warme Getränke
  • Honig (falls verträglich)
  • Gurgeln mit Salzwasser

Husten

Hilfreich sind:

  • viel trinken
  • Inhalationen
  • Honig bei trockenem Reizhusten

Bei Bedarf können kurzfristig geeignete Hustenpräparate eingesetzt werden, zum Beispiel:

  • Prospan® (Efeu-Extrakt)

Bei Unsicherheit können Sie uns gerne fragen.

Wann sollten Sie uns kontaktieren?

Bitte melden Sie sich bei uns, wenn:

  • das Fieber über 38 °C trotz Paracetamol nicht sinkt
  • Sie sich deutlich krank oder sehr unwohl fühlen
  • die Beschwerden über mehrere Tage nicht besser werden oder sich verschlechtern
  • Sie eine Abnahme der Kindsbewegungen bemerken

Bei einem normalen Infekt ohne anhaltendes Fieber und bei guten Kindsbewegungen müssen Sie nicht wegen jeder Erkältung in die Praxis kommen. Probieren Sie zunächst die oben genannten Maßnahmen aus und schonen Sie sich.

Wir wünschen Ihnen eine gute Besserung!